Haltern
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Ziele, Zahlen, Chronik

- Ziele unserer Bürgerstiftung
- Unsere Bürgerstiftung in Zahlen
- Chronik der Bürgerstiftung Halterner für Halterner



Ziele unserer Bürgerstiftung


In erster Linie hilft die Bürgerstiftung Mitbürgern in der Stadt in Notlagen, für die es keine staatlichen oder sonstigen Hilfen gibt. Die Bedürftigkeit wird sorgfältig geprüft, nach außen hin aber bleiben die Betroffenen selbstverständlich anonym.

Beispiele:

Ein Mitbürger muss aus gesundheitlichen Gründen dringend zur Kur. Er hat aber keinen Koffer, keine Badekleidung, Trainingsanzug etc. und kann diese Dinge auch nicht finanzieren. Ohne Hilfe der Bürgerstiftung könnte er die Kur nicht antreten.

Ein kleiner Junge kann als einziger in seiner Altersklasse nicht schwimmen und leidet darunter. Zudem wäre Schwimmen für ihn wichtig, um die Koordinationsfähigkeit zu verbessern. Die allein erziehende Mutter aber kann den Schwimmkurs nicht bezahlen.

Ein allein stehender älterer Mann benötigt ein neues Hörgerät. Seine Rente ist so gering, dass er die Zuzahlung nicht leisten kann. Ohne Hör-Hilfe wäre er völlig vereinsamt, hätte sich nicht einmal mehr mit den Nachbarn unterhalten, Radio hören oder Fernsehen können.
 
Ein kleines Mädchen benötigt eine medizinische Spezialbehandlung. Obwohl ärztliche Gutachten die Notwendigkeit bestätigen, zahlt die Krankenkasse die Behandlung nicht. Die Eltern sind dazu nicht in der Lage.

Weitere Ziele

Über konkrete soziale Hilfen für Halterner Mitbürger hinaus initiiert die Bürgerstiftung eigene Projekte oder führt diese gemeinsam mit anderen durch. Die Projekte müssen Menschen in dieser Stadt zugute kommen oder den Lebenswert für alle in dieser Stadt fördern.

Die Zielgebiete sind in der Satzung festgelegt, sie umfassen die Bereiche Bildung und Erziehung, Sport, Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz, Kultur- und Denkmalpflege, öffentliche Gesundheitspflege, traditionelles Brauchtum, Heimatpflege, demokratisches Staatswesen bis internationale Verständigung.

Die Ziele sind auch deshalb so weit gefasst, damit die Stiftung bei den noch unbekannten Anforderungen der Zukunft wirksam arbeiten kann.

Aktuelle Projekte [mehr...]

  

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Unsere Bürgerstiftung in Zahlen

    
    

Gründung zum: 1. Juni 2006
Gründungskapital   250.000 Euro

Stiftungsvermögen zum 31.12.2016

571.864 Euro
- davon Namenfonds "Berghilfe" 27.000 Euro
- davon Namenfonds "Alexander-Lebenstein" 30.460 Euro
Anzahl der Gründungsstifter: 83
Anzahl der Stifter bis zum 31.12.2016: 158
Hilfe für Mitbürger / Projekte in Haltern am See
seit Gründung bis zum 31.12.2016:
236.239 Euro
Verwaltungsausgaben 2016: 309 Euro (0,3 %)
    

 

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Chronik der Bürgerstiftung Halterner für Halterner

Zeittafel


19. Oktober 2005: 1. Treffen einer „Keimzelle“ zur Gründung einer Bürgerstiftung in der Gaststätte „Kolpingtreff“ am Disselhof. Die Gründung wird am selben Abend besiegelt.

3. April 2006: Öffentliche Informationsveranstaltung, um allen Bürger/innen der Stadt die Möglichkeit zu geben, sich zu engagieren.

15. Mai 2006: Letzter Tag zur Abgabe der schriftlichen Erklärung, die Stiftung mit zu gründen. Ergebnis: 83 Gründungsstifter stellen 250.000 Euro zur Verfügung: 246.000 Euro als Stiftungskapital, 4000 Euro für die sofortige Arbeit.

22. Mai 2006: Eine Abordnung übergibt der Bezirksregierung in Münster die Unterlagen zur Anerkennung der Bürgerstiftung.

1. Juni 2006: Das Land NRW erkennt die Bürgerstiftung Halterner für Halterner als rechtskräftig an.

16. Juni 2006: Regierungsvizepräsident Alfred Wirtz übergibt bei einer Feierstunde im Schloss Sythen dem Vorstand, dem Stiftungsrat, den Gründungsstiftern und einigen Gästen die Anerkennungsurkunde des Landes NRW.

1.Oktober 2007: Übergabe des Gütesiegels des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen an die Bürgerstiftung Haltern. Das Siegel ist Nachweis, dass die Stiftung die zehn Qualitätsmerkmale einer Bürgerstiftung erfüllt. Dieses muss alle zwei Jahre erneut nachgewiesen werden.

23. Juni 2008: Die Bürgerstiftung Halterner für Halterner wird im Landeswettbewerb „Generationen miteinander“ für ihr Projekt „Meisterschule“ in der Kategorie „Voneinander lernen“ mit einem der (gleichwertigen) Preise ausgezeichnet.


11. März 2009: Das 2. Meisterschulprojekt startet mit Schülern der Joseph-Hennewig-Schule, diesmal zum Thema Tischlerhandwerk.



Ausführliche Chronik

Am 19. Oktober 2005 trifft sich erstmals eine „Keimzelle“ Halterner Bürgerinnen und Bürger getroffen. Die Initiative ging von Beate Mertmann aus, die als Redaktionsleiterin der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung in Haltern am See erfahren hatte, dass auch in dieser schönen Stadt mehr und mehr Menschen von Armut bedroht sind oder doch zumindest Unterstützung benötigen.
 
Die Versammelten sind allesamt für die Gründung einer Bürgerstiftung. Als sich noch am selben Abend drei Ehepaare sowie ein Vertreter eines Halterner Kreditinstitutes schriftlich verpflichten, das zur Gründung notwendige Mindestkapital von 50.000 Euro bereit zu stellen, steht die Gründung fest. Weitere Anwesende kündigen sofort an, dass sie „ebenfalls dabei sind“. Ort: Gaststätte „Kolpingtreff“ am Disselhof.
 „Der Ort“, erklärt Beate Mertmann hinterher der Presse, „hätte passender nicht sein können. Denn hier war früher die Gaststätte ,Unterstand’ – und die Bürgerstiftung soll ja eine Art Schutz für Halterner werden, und für die Lebensqualität in der Stadt.“

Von jetzt an gilt es, weitere „Anstifter“ zu finden. Das geschieht durch persönliche Ansprache und durch Presseveröffentlichungen. Am 3. April 2006 schließlich laden die Initiatoren alle Bürger der Stadt zu einem Informationsabend in die Räume der Volksbank ein. Es soll jede/jeder die Möglichkeit haben, die Bürgerstiftung mit zu gründen. Schriftliche Erklärungen dazu – mitsamt Angabe der Summe, die eingebracht wird – sind bis zum 15. Mai 2006 möglich.

Nebenher arbeitet die – inzwischen schon etwas gewachsene – „Keimzelle“ intensiv an der Satzung. „Eine solche Satzung zu erarbeiten, ist unglaublich interessant, aber auch ungeheuer arbeitsintensiv, es erfordert absolute Konzentration und Disziplin. Das lässt sich einfach nicht in großer Runde machen. Ich hätte nie gedacht, dass dabei so vieles bedacht werden muss. Ich möchte allen Mitstreitern ein dickes Dankeschön sagen: Die Arbeit war sehr effektiv und dies allzeit in total angenehmer Atmosphäre, frei von Eitelkeiten“, sagt Beate Mertmann, als es geschafft ist.

Als „Glücksfall für uns alle“ habe sich dabei der in Sythen wohnende Dr. Bernd Andrick erwiesen. Der Jurist, Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, ist Stiftungsexperte, hat mehrere Bücher zu dem Thema veröffentlicht, nicht zuletzt
die Bundesregierung bei der Novellierung des Stiftungsrechts beraten. „Ich danke ihm ganz herzlich für seine Arbeit. Und für seine Geduld bei der tiefgehenden Diskussion der einzelnen Punkte. Denn zumindest wir Laien in dem Kreis waren uns nicht darüber klar, welche Fallstricke in solch einer Satzung lauern, die ja auf Ewigkeit angelegt ist“, so die – zwischenzeitlich  von der „Keimzelle“ gewählte – erste Vorsitzende.

Am 22. Mai 2006 übergibt eine Abordnung, allen voran der inzwischen ebenfalls gewählte Geschäftsführer Franz-Josef Wessels, der Bezirksregierung in Münster die Unterlagen zur rechtlichen Anerkennung der Bürgerstiftung. 83 Stifterinnen und Stifter haben das beachtliche Startkapital von 250.000 Euro zusammengetragen – 246.000 Euro als Stiftungskapital, 4000 Euro für die sofortige Arbeit.

Mit Datum vom 1. Juni 2006 wird die Bürgerstiftung Halterner für Halterner vom Land NRW als rechtskräftig anerkannt. Die Urkunde darüber übergibt der Vizepräsident der Bezirksregierung Münster, Alfred Wirtz, bei einer Feierstunde am 16. Juni 2006 im Schloss Sythen.

Halterns Bürgermeister Bodo Klimpel sagt dabei: „Als Bürgermeister kann ich nur erfreut und stolz darüber sein, was beherzte und mutige Bürgerinnen und Bürger in verhältnismäßig kurzer Zeit, in nur wenigen Monaten, auf die Beine stellten. Ich hatte fast den Eindruck, man hat hier bei uns in Haltern am See förmlich auf diese Initiative gewartet.“
Die Halterner Gründungsstifter hätten „die richtige Antwort auf die aufrüttelnden Worte gegeben, die John F. Kennedy schon 1961 bei seiner Amtseinführung als amerikanischer Präsident gestellt hat: Statt zu fragen, was der Staat für mich tun kann, zu fragen: Was kann ich für den Staat tun?“

Am 1.Oktober 2007 können die Vorstandsmitglieder Gerd Koop und Fanz-Josef Wessels in Siegen das Gütesiegels des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen in Empfang nehmen. Es darf als Nachweis getragen werden, dass die Stiftung die zehn Qualitätsmerkmale einer Bürgerstiftung erfüllt. Um das Siegel weiterhin tragen zu dürfen, muss der Nachweis alle zwei Jahre erneut werden.

Ihren ersten Preis bekommt die Bürgerstiftung Halterner für Halterner am 23. Juni 2008 im Ständehaus in Düsseldorf  - gleich einen hochrangigen: im Landeswettbewerb „Generationen miteinander“ in der Kategorie „Voneinander lernen“.  Und zwar für ihr Projekt „Meisterschule“.
 
Seit Gründung sind bereits weitere Halterner Stifterinnen bzw. Stifter geworden oder unterstützen die Ziele der Bürgerstiftung durch Spenden.
Neben Einzel-Spenden oder Verzicht auf Geburtsgeschenke etc. ragen diese Aktivitäten heraus:

Die „Lippramsdorfer Frauen“ arbeiten das ganze Jahr 2007 zugunsten der Bürgerstiftung Halterner für Halterner. Der Verkauf ihrer kunsthandwerklichen Werke und kulinarischen Schlemmereien erbringt 5000 Euro.

Der Carvingclub Lippramsdorf organisiert am 26. Januar 2008 anlässlich seines 10-jährigen Bestehens einen Biathlon- und Eisstockschieß-Aktionstag samt zünftiger Apres-Ski-Party.
Erlös zugunsten der Bürgerstiftung: 15.689,29 Euro.

Am 27. April 2008 kocht und serviert der Freibadverein Sythen im Pfarrheim St. Joseph „Suppe und Brot“. Den Erlös spenden die Mitglieder der Bürgerstiftung – „aus Solidarität mit den Hilfsbedürftigen in dieser Stadt und mit hier ebenfalls ehrenamtlich Tätigen“, wie sie begründen.

Der Abiturjahrgang 2008 spendet die Kollekte aus ihrem Entlass-Gottesdienst je zur Hälfte an die Halterner Tafel und an die Bürgerstiftung.

Die Lippramsdorferinnen Anne Voyé und Helena Schäfer arbeiten das ganze Jahr 2008 hindurch Kunsthandwerkliches zugunsten der Bürgerstiftung.

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Info Verantstaltung
Am 16. Februar 2006 treten einige Mitglieder der "Keimzelle" in der
Gaststätte "Kolpingtreff", früher "Unterstand" erstmals an die
Öffentlichkeit. Beate Mertmann, Helmut Kanter, Dr. Bernd Andrick,
Franz-Josef Wessels, Karl-Heinz Mertmann (vorne), Bruno Gerding, Josef Holtrichter, Werner Wömpener und Willi Grave informieren über das Vorhaben. Foto: Lutz von Staegmann (WAZ).


erste Pressekonferenz
Das Bild Infoveranstaltung wurde am 3. April 2006 bei der öffentlichen Infoveranstaltung in der Volksbank aufgenommen. Dr. Bernd Andrick, der mit seinem Fachwissen die Gründung begleitethat, erklärt den interessierten Besuchern, was das Besondere an einer Stiftung ist. Rechts im Bild: Dr. Peter Meyer (Vorsitzender der Bürgerstiftung Dülmen) sowie (v.l.) Werner Wömpener und Beate Mertmann vom Organisationsteam.
Foto: Christoph Joemann (WAZ)



Antrags Übergabe
Das dritte Bild entstand am 22. Mai 2006. Der Geschäftsführer der
Halterner Bürgerstiftung, Franz-Josef Wessels (re.) übergibt im Beisein weiterer "Anstifter" die zur Anerkennung notwendigen Unterlagen an Silvia Hoffmann vom Stiftungsdezernat der Bezirksregierung Münster.
Foto: Pressestelle Bezirksregierung Münster.