deutschland stuhl

Aus Freude über 60 friedliche Jahre Bundesrepublik und den Fall der Berliner Mauer vor 20 Jahren starteten die Bürgerstiftung und die WIR-Gruppe Halterner Handwerksmeister am 23. Mai 2009 eine Aktion, deren Erfolg „zum Niedersetzen“ geriet.

Sie ließen 1000 Miniaturausgaben des von der WIR-Gruppe nach dem Fall der Berliner Mauer angefertigten Deutschlandstuhls fertigen und verkauften diese zugunsten der Bürgerstiftung Haltern.

Die Stühlchen werben seitdem in 150 Städten Deutschlands sowie in Finnland, Spanien, Österreich, Rumänien, in der Schweiz, in Kamerun, Italien und in den USA dafür, sich zusammenzusetzen und Lösungen für die Probleme der Zeit zu finden. Sie werben zugleich für Bürgerstiftungen. Die Idee zu der Aktion – und immer wieder „Motor“ – war Hans Nienhaus, einer der Gründungsstifter von „Halterner für Halterner“.

Die Stühlchen wurden im Kulturhauptstadtjahr Ruhr 2010 beim „Stillleben“ auf der A 40 ausgestellt, im Haus der Bezirksregierung Münster, bei der „Landpartie“ im Schloss Lembeck, selbst im Bundesrat in Berlin und an vielen anderen prominenten Orten. Auch durften die Halterner die Aktion NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kohl im Düsseldorfer Landtag, Bundespräsident Horst Köhler in seinem Berliner Amtssitz sowie Papst Benedikt XVI. bei einer Audienz in Rom vorstellen: alle waren voll des Lobes darüber.

„Zum Niedersetzen“ war für die Bürgerstiftung auch der finanzielle Gewinn durch die Stühlchen-Aktion: 53.000 Euro. Das allerdings war nur möglich, weil die Firma Hupfer (Coesfeld) eine hohe Zahl an Stühlchen nicht berechnete. Ein Lederfabrikant sowie zwei Automanufakturen aus der Umgebung schenkten das komplette Sitzleder (vier ganze Rindshäute!). Ein Tuchfabrikant berechnete 800 qm Nessel mitsamt Aufdruck nicht, etliche Verpackungskästen wurden gesponsert. Und dann gab es etwas, wovon wohl jeder Kaufmann träumt: Etliche Käufer zahlten freiwillig mehr als den Kaufpreis. Nicht zuletzt auch: Organisation, Marketing, Vertrieb, alles wurde ehrenamtlich geleistet, nicht einmal Kosten in Rechnung gestellt.